Das RVDS im Überblick

Das RVD-System ermöglicht flexible, leistungsstarke Trocknungs- und Aushärtungsprozesse aller mit Konvektionswärme aushärtbaren Schutzlacke. Die Anlage besteht aus zwei Prozesstürmen, die jeweils in vier Heizzonen unterteilt sind, und einer nachgelagerten, segmentierten Kühlstrecke. Im Ofeneinlauf werden die Leiterplatten in Warenträger beladen. Diese durchlaufen den Trocknungsprozess in der Anlage in vertikaler Richtung und werden während des Aushärtevorgangs übereinandergestapelt. Beim RVDS 3500 werden 64 Warenträger im Umlauf verwendet.

1. Einlauf/Beladung

Im Einlaufbereich wird die lackierte Baugruppe mittels Zuführband an das Transportsystem übergeben. Sensoren erfassen die Breite für jede Leiterplatte. Eine Greifer schiebt die Platine auf den Warenträger. Dieser wird vorher auf die zu beladene Leiterplattenbreite eingestellt und vermessen. Während des Beladevorgangs wird jeder Warenträger exakt fixiert, positioniert und zentriert.

 

 2. Umlauftransportsystem

Der Transport der Baugruppe im Warenträger durch die Anlage erfolgt auf einem Warenträgerumlauftransport. Die Taktzeit ist dabei einstellbar. Über eine Quertraverse  werden die Warenträger unter den aufsteigenden Turm gefahren, wo sie von einer Hubmechanik übernommen werden. Nach dem Durchlauf durch die Türme werden die Warenträger mittels einer zweiten Quertraverse auf die Entladestation transportiert. Die leeren Warenträger werden erneut in die Beladestation getaktet.

 

3. Cleveres Stapelprinzip

Die Mechanik beim Trocknungsprozess in den Prozesstürmen funktioniert nach einem vertikalen Stapelprinzip. Die Hubmechanik stapelt die Warenträger übereinander. Diese sind mit Distanzstiften ausgestattet, sodass sie sich sicher positionieren. Für den gesamten Transport sind keine laufenden Ketten, Öle oder Schmierstoffe nötig. Ein Umsetztransport übergibt die Warenträger am höchsten Punkt in den absteigenden Turm. Das Abstapeln verläuft in umgekehrter Reihenfolge. Alle Antriebe und mechanischen Führungen sind im Kaltbereich – für einen sicheren und langlebigen Transport.

4. Luftzuführung

Das Heizsystem in den Prozesstürmen arbeitet nach dem Konvektionsprinzip im Umluftbetrieb. Die Temperatur kann in allen 8 Heizzonen separat reguliert werden. Eine  speziell entwickelte Luftführung garantiert eine gleichmäßige Durchwärmung alle Bauelemente. Die Zuluft kann vorgewärmt und je Heizzone individuell im Volumenstrom voreingestellt werden. Auch das Abluftvolumen wird pro Zone separat reguliert. Somit kann die Anlage optimal auf die Lackmenge und den Lösemitteldurchsatz abgestimmt werden.

 

5. Kühlstrecke

Die nachgelagerte Kühlstrecke besteht aus 3 Transportsegmenten, die sich automatisch an die jeweilige Transportbreite anpassen. Je Segment wird gekühlte Luft von oben und unten auf die Baugruppe geblasen. Über einen Wärmetauscher wird die Abwärme vom internen an den externen Wasserkreislauf übergeben und so energieschonend aus dem Fertigungsraum abtransportiert.

 

6. Software

Die Anlage wird mittels Software über eine Touch-Bedienoberfläche gesteuert. Alle Prozesse werden dokumentiert. So laufen die Breiteneinstellung und die exakte Positionierung der Warenträger vollautomatisch. Außerdem kann u.a. der Beladezustand der Warenträger und die Innentemperatur der Heizzonen überwacht werden. SMEMA-Schnittstellen sorgen für die Integration der Anlage in jede Fertigungslinie.